Jahr: 2025

  • Wo drückt der Schuh?

    Wo drückt der Schuh?

    Auch mit guten Schuhen ist es nicht immer bequem, durch Pfullingen zu Fuß unterwegs zu sein. Gemeinderat und Stadtverwaltung haben einen Mobilitätskonzept entwickelt und beschlossen, das in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Dabei sollen alle Verkehrsteilnehmer – ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder mit dem Auto – gleichberechtigt berücksichtigt werden.

    Wir von der GAL-Pfullingen wollen unterstützen, dass die beabsichtigten Maßnahmen diesem hohen Anspruch gerecht werden: sind die Maßnahmen geeignet? Wurden wichtige Bedürfnisse
    unzureichend berücksichtigt oder gar vergessen?

    Unser Schwerpunkt liegt in den kommenden Monaten beim Fußverkehr, der oft von Planung und Politik als „Sowieso-Verkehr“ abgetan wurde… obwohl er neben Radverkehr, motorisierten Individualverkehr und öffentlichen Verkehr als gleichwertige vierte Säule des Personenverkehrs zu betrachten ist. Die eigenen Füße sind zur Bewältigung der Alltagsmobilität auf Wegen bis zu 2-3 km von großer Bedeutung (so das Ministerium für Verkehr – Baden-Württemberg in der Broschüre „Fußverkehrs-Checks“) sowie der Barrierefreiheit.

    Wie wir vorgehen möchten:

    • Befragung: Die Befragung ist anonym. Die eingegangenen Ergebnisse werden ausgewertet und zusammengestellt und dienen dazu, Problemstellen zu erfassen und zu dokumentieren.
    • Begehung: Anfang 2026 möchten wir die PfullingerInnen zu einer Begehung der kritischsten Stellen einladen, um diese direkt zu erleben und mit Ihnen zu bewerten, wie geeignet die vorgesehenen bzw. mögliche Maßnahmen sind.
    • Bericht: Die Ergebnisse werden aufgearbeitet und bei der Stadtverwaltung eingereicht. Sie sollen in die Umsetzung der Maßnahmen einfließen.

    Also machen Sie mit: Je mehr von Ihnen sich beteiligen und je besser die Qualität der Antworten ist, desto besser können wir Ihre Anregungen und Bedürfnisse bei der Umsetzung des Mobilitätskonzepts einfordern.

    Ermutigen Sie auch Ihre Nachbarn und Bekannten, sich an der Umfrage zu beteiligen!

    Weiter zum Fragebogen…

  • Gemeinderatssitzung mit Trassenentscheidung (18.11.2025)

    Hier ist das Statement der GAL, vorgetragen durch Traude Koch: lesen Sie hier

  • Statement der GAL-Fraktion zur Regionalstadtbahn Neckaralb veröffentlicht im Amtsblatt Pfullingen (Nummer 46/2025-13.11.2025)

    Liebe MitbürgerInnen und liebe KollegInnen im Gemeinderat,

    die Entscheidung für die Stadtbahn und deren Trasse braucht Mut und Phantasie.

    Wir brauchen Phantasie, um uns vorstellen zu können, wie unsere Stadt zukünftig aussehen wird. Wie wollen wir wahrgenommen werden? Als nette verschlafene Kleinstadt, an der das Leben vorbeifährt oder als einladender Ort, in dem das Leben pulsiert? Wer am liebsten mit dem eigenen Auto fährt, kann dies auch weiterhin tun. Parkplätze werden nach wie vor vorhanden sein, manchmal erreichbar mit ein paar Schritten zu Fuß. Es gibt Menschen die können, wollen oder dürfen nicht Autofahren, auch für sie wollen wir moderne, leistungsfähige, sichere und bezahlbare Mobilität anbieten.

    Mit der Entscheidung für die Trasse auf dem Bahnweg wird das dortige Naherholungsband für Fuß- und Radverkehr eng begrenzt, ein Radschnellweg kann dort nicht mehr entstehen.

    Wir blicken mutig in die Zukunft. Unser Verhalten als mobile BürgerInnen wird sich verändern, wir wollen und werden mit dem Betrieb der Stadtbahn Co2 einsparen, um den Klimawandel einzudämmen und haben dies auch im Mobilitätskonzept beschlossen!

    Wir hören auf die jungen Menschen und ihr Votum, sie werden die Bahn lange erleben und nutzen. Die Jugend ist offen für neue Möglichkeiten, nutzt verschiedene Verkehrsmittel selbstverständlicher und profitiert besonders von der besseren Anbindung.

    Die Region rückt mit der Regionalstadtbahn enger zusammen. Ihre vielfältigen Angebote werden besser erreichbar. Menschen erreichen Pfullingen leichter, um hier zu lernen, zu arbeiten, einzukaufen oder unsere Veranstaltungen zu besuchen. Der Austausch und ein geweiteter Blick über den Tellerrand tun uns gut und bringen frischen Wind.

    Wir sind in der Verantwortung – in der Mitverantwortung für ein modernes Nahverkehrsnetz, das die Menschen einer großen Region verbindet und uns als Stadt an die Region Neckar-Alb (hier wohnen etwa 700.000 Menschen) und den Ballungsraum der Metropolregion Stuttgart besser anbindet. Wir sind damit Teil eines großen Infrastruktur-Projektes mit insgesamt acht Linien und 200 km Streckenlänge, davon sind 4,8 km auf Pfullinger Gemarkung.

    Wir sind in der Verantwortung, die Bundes – und Landesmittel so auszugeben, dass sie uns als Stadtbevölkerung den besten Nutzen bringen aber auch in der Verantwortung für die im oberen Echaztal und auf der Alb liegenden Nachbargemeinden. Wir können die Zukunft nur begrenzt vorhersehen, gestalten sie aber mit unserem Tun mit, verantwortlich und phantasievoll. Hier kann eine Trainerweisheit aus dem Sport hilfreich sein:

    „Ein guter Handballer weiß, wo der Ball ist. Ein sehr guter weiß, wo der Ball sein wird.“ (Originalzitat: „A good hockey player plays where the puck is. A great hockey player plays where the puck is going to be.“ – Wayne Gretzky)

    In Verantwortung für die nächste Generation, ihre Mobilität und den Klimaschutz freuen wir uns auf eine mit Leuten und Leben gefüllte Stadt, auf moderne Verbindungen in die Region. Wir stellen uns mit Mut und Phantasie dieser Verantwortung. Die RSB war eine Vision, jetzt wird sie Wirklichkeit.

    Ihre GAL-Fraktion im Pfullinger Gemeinderat: Anke Burgemeister, Dr. Antje Schöler, Traude Koch

    Hier finden Sie alle Statements – link (Quelle: Amtsblatt Pfullingen 13. November 2025, Nummer 46)

  • Letzte Diskussion zur Pfullinger Trassenentscheidung der Regionalstadtbahn (RSB) im Gemeinderat und Stellungnahme der GAL (4.11.2025)

    Statement Anke Burgemeisterhier

    Statement Antje Schöler

      Seit mehr als 20 Jahren setzt sich die GAL für die Regionalstadtbahn ein. Daher freuen wir uns, dass dieses Thema nun einen Schritt weiter in Richtung Realität macht.

    Heute geht es um die Trassenentscheidung durch Pfullingen. Beide Trassen haben ihre Vorteile und beide Trassen Ihre Schwierigkeiten. Aber beide Trassen sind möglich!

    Und es ist richtig, wir entscheiden hier etwas, was für die nächsten Jahrzehnte das Erscheinungsbild und unsere Stadt prägen wird.

    Und genau aus diesem Grund sind wir von der GAL davon überzeugt, dass die Innenstadttrasse die bessere Trasse für Pfullingen ist.

    Mit der Innenstadttrasse liegen eben die nächsten Jahrzehnte die Haltestellen genau an den richtigen Stellen (eben möglichst Nahe an unseren Schulen, möglichst Nahe an unseren kulturellen Einrichtungen und unseren Sportstätten, eine Nähe zur  Innenstadt an sich,   – und auch das Gewerbegebiet Steinge mit vielen Arbeitsplätzen ist besser erschlossen).

    Und die Haltestellen sind sichtbar und da wo was los sein soll.

    Die Innenstadttrasse weist für Pfullingen das größere Fahrgastpotential auf und es können mehr Pfullinger BürgerInnen von der Stadtbahn profitieren, da auch große Teile der Weststadt im Einzugsgebiet liegen. 

    Wir sind auch davon überzeugt, dass eine Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln wie Bussen – aber eben auch mit dem PKW – über sogenannte Mobilitätshubs – an der Innenstadttrasse besser möglich sind.

    Ein weiterer Pluspunkt für die Innenstadtrasse ist die von der Stadtverwaltung hervorgehobene Chance für eine begleitende städtebauliche Entwicklung entlang der ehemaligen Bundesstraße. 

    Auch davon sind wir überzeugt: Pfullingens Erscheinungsbild sowie Aufenthalts- und Wohnqualität wird an Marktstraße, Großen Heerstraße, Klosterstraße durch die Stadtbahn besser als bisher – und nicht schlechter.

    Es ist auch richtig, das autonome Fahren wird auch kommen, aber nicht als Lösung für ein Regionales Infrastrukturprojekt, sondern als Ergänzung. Ich würde es sogar andersherum sagen: wenn wir die Vorteile des Autonomen Fahrens nutzen wollen, dann ist ein leistungsfähiger ÖPNV Grundvoraussetzung.

    Die Verkehrsprognose sagt, dass es zu Verkehrsverlagerungen von der Markstraße / Klosterstraße in andere Straßen – z.B. in die Friedrichstraße und Römerstraße – kommen wird. Daher werden wir uns von der GAL auch dafür stark machen, dass auch in der Weststadt der ÖPNV attraktiv ausgebaut (z.B. Ergänzend mit Quartiersbussen) und in den besagten Straßen verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt werden. 

    Ein Umstieg auf den ÖPNV wird dann möglich wenn er von den Menschen auch erreicht wird. Und dafür müssen wir auch in Pfullingen die Weichen stellen.

    Wir schließen uns uneingeschränkt den Ausführungen der Stadtverwaltung und auch den Ausführungen des Jugendgemeinderates an.

    Daher das Votum der GAL:  Innenstadttrasse.

    Statement Anke Burgemeister

    Die Argumente, die für die Innenstadttrasse sprechen, wurden eigentlich schon alle genannt. Ich möchte hiermit nochmal die Gründe betonen, die für uns als GAL für die Innenstadttrasse sprechen. Der Radweg auf der alten Bahntrasse ist mehr als ein Radweg, auf dem man irgend wie von A nach B kommt. Wir möchten, wie auch schon vom JGR genannt, die alte Bahntrasse uneingeschränkt als Fuß- und Radweg und auch als überregionaler Radverkehrsweg erhalten und diesen sogar noch weiter ausbauen. Die mehr als 2500 Radler und Radlerinnen pro 24h sprechen für sich. Das Ziel in unserem Mobilitätskonzept ist, den MIV zu reduzieren und den ÖPNV und den Fuß- und Radverkehr zu fördern. Deshalb muss die Bahntrasse unbedingt als attraktiver Rad- und Fußweg erhalten bleiben. Dieser Radweg ist nicht nur als Pendlerstrecke wichtig, die alte Bahntrasse hat auch einen sehr großen Freizeitwert und ist ein wichtiger Naherholungsraum für Familien mit Kindern, für die Bewohnerinnen und Bewohner des Haus am Stadtgarten und als alltägliche Nord-Süd Verbindung, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher und auf attraktiver Strecke in die Stadt zu gelangen. Weiterhin hat ein Gutachten ergeben, dass der Gehölzbestand entlang der alten Bahntrasse eine Verbindungsachse und ein Wanderkorridor für Kleinsäuger und Vögel von der Stadt in die freie Landschaft ist. Hier müssen 500 Bäume gefällt werden und die grüne Trasse durch Pfullingen wäre so nicht mehr vorhanden. Zu den Bedenken, dass die Straßen zu voll werden, wenn die RSB durch die Innenstadtfährt. Auch jetzt schon halten 11 Busse pro Stunde am Lindenplatz und der MIV musshinter jedem anhaltenden Bus mit anhalten, bis der Bus wieder weiter fährt. Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass der JGR hätte hier eigentlich mitbestimmen müssen. Denn wie Kaleb Maier vom JGR schon selber gesagt hat, bauen wir die RSB zu einem sehr großen Teil für die zukünftigen Generationen.

  • Stellungnahmen der Fraktionen zur Regionalstadtbahn im GEA

    Stellungnahmen der Fraktionen zur Regionalstadtbahn im GEA

    Durch den schienengebundenen ÖPNV mit einem für Pfullingen 15 Minuten Takt nach Reutlingen und 30 min Takt nach Tübingen, Urach und Engstingen, erhalten wir eine zukunftsfähige, schnellere, komfortablere und barrierearme Mobilitätsform mit deutlich höherer Kapazität als bisherige Busse.

    Aus Gründen des Klimaschutzes muss unsere Mobilität so schnell wie möglich klimaneutral werden. Als echte Alternative zum Auto entlastet die Bahn den Straßenverkehr, sie leistet durch ihre Effizienz hier einen großen Beitrag. was zu weniger Staus und besserer Luftqualität führt.

    Zunächst unabhängig von der Trassenführung hat die schnellstmögliche Realisierung der Regionalstadtbahn in und für Pfullingen sehr hohe Bedeutung, die Vor- und Nachteile beider Trassen sollten sachlich betrachtet und nicht gegeneinander ausgespielt werden.

    In der Abwägung der Vor- und Nachteile priorisieren wir als GAL-Fraktion die Innenstadttrasse. Diese weist ein höheres Fahrgastpotenzial auf, die Haltestellen erschließen genau die richtigen Stellen. Die Innenstadttrasse bietet weitere Chancen:

    • unsere Leitungsinfrastruktur parallel zum Bau der Bahn zu entwickeln und dafür zusätzliche Fördermittel zu erhalten
    • Umgestaltung der alten Bundesstraße zu einem klimafreundlichen Straßenraum mit Grünstreifen und hoher Aufenthaltsqualität der Haltestellen
    • die Bahntrasse bleibt Naherholungsgebiet, wichtig für sichere Verbindungen im Fußverkehr und kann für gemeinsame Nutzung des Fuß- und Radverkehrs verbessert werden.

    In der Folge des Baus der RSB ist eine kluge Neuaufstellung aller Buslinien nötig, als Zubringer zur Bahn und für effektiv geführte Ost – West – Verbindungen. Auch bei der Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsarten sehen wir die Innenstadttrasse im Vorteil.

    Unser Fazit zur Regionalstadtbahn:  JA unbedingt – SCHNELL – und wenn keine wichtigen Gründe dagegen sprechen – auf der INNENSTADTTRASSE! 

  • GAL Pfullingen lädt zum Austausch über ÖPNV und Stadtbus ein

    GAL Pfullingen lädt zum Austausch über ÖPNV und Stadtbus ein

    Beim September-Stammtisch der GAL Pfullingen im alten Bahnhof stand der Austausch über den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Stadtbus im Mittelpunkt. Anke Burgemeister, die Pfullinger Vertreterin im Fahrgastbeirat der Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft (RSV), berichtete über aktuelle Themen und Entwicklungen.

    Der Fahrgastbeirat, der 2021 ins Leben gerufen wurde, trifft sich zwei- bis dreimal jährlich, um Anregungen zur Verbesserung des Busverkehrs des RSV zu diskutieren und Schwachstellen zu identifizieren. Die Protokolle der Sitzungen sind für alle über die Reutlinger Homepage unter der Rubrik „Fahrgastbeirat“ zugänglich. Auch die E-Mail-Adresse des Fahrgastbeirates ist dort zu finden, um Anliegen mitzuteilen.

    Frau Burgemeister hob hervor, dass das RSV-Angebot erfreulicherweise inzwischen auch in Google Maps sichtbar ist. Ein weiterer positiver Punkt ist der „Ticketfreie Samstag“, der zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen von über 22% geführt hat.

    Ein aktuelles Diskussionsthema im Fahrgastbeirat sind „Rauchfreie Haltestellen“. In Reutlingen wurden schon Plakate, mit der Aufforderung: „Bitte im überdachten Wartebereich nicht rauchen“ aufgehängt. Es wird geprüft, ob das für die Pfullinger Haltestellen auch möglich ist. Das Land Baden-Württemberg erarbeitet derzeit eine Neufassung des Nichtrauchschutzgesetzes, die vorsieht, künftig auch Bus- und Straßenbahnhaltestellen als „Rauchfreie Zonen“ auszuweisen.

    Ein weiteres Thema ist die Busbeschleunigung/Busbevorrechtigung. Hier sollen neue Maßnahmen z.B. an der Lichtsignaltechnik zu mehr Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit führen und somit die Attraktivität des ÖPNV erhöhen.

    In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Barrierefreiheit noch verbessert werden muss. Ein Teilnehmer im Rollstuhl berichtete, dass die Rampen zu den Bussen oft durch verklemmte Griffe nur schwer zu bedienen sind. Für Pfullingen besteht insbesondere am Laiblinsplatz noch erheblicher Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Barrierefreiheit, da das Ein- und Aussteigen mit Rollstuhl dort nur sehr schwierig bis gar nicht möglich ist. Es wird eine Lösung z.B. durch eine Rampe, gewünscht.

    Anke Burgmeister versprach, die genannten Punkte in die nächste Sitzung des Fahrgastbeirates einzubringen.