Hier ist das Statement der GAL, vorgetragen durch Traude Koch: lesen Sie hier
Autor: Antje Schöler
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Statement der GAL-Fraktion zur Regionalstadtbahn Neckaralb veröffentlicht im Amtsblatt Pfullingen (Nummer 46/2025-13.11.2025)
von
Liebe MitbürgerInnen und liebe KollegInnen im Gemeinderat,
die Entscheidung für die Stadtbahn und deren Trasse braucht Mut und Phantasie.
Wir brauchen Phantasie, um uns vorstellen zu können, wie unsere Stadt zukünftig aussehen wird. Wie wollen wir wahrgenommen werden? Als nette verschlafene Kleinstadt, an der das Leben vorbeifährt oder als einladender Ort, in dem das Leben pulsiert? Wer am liebsten mit dem eigenen Auto fährt, kann dies auch weiterhin tun. Parkplätze werden nach wie vor vorhanden sein, manchmal erreichbar mit ein paar Schritten zu Fuß. Es gibt Menschen die können, wollen oder dürfen nicht Autofahren, auch für sie wollen wir moderne, leistungsfähige, sichere und bezahlbare Mobilität anbieten.
Mit der Entscheidung für die Trasse auf dem Bahnweg wird das dortige Naherholungsband für Fuß- und Radverkehr eng begrenzt, ein Radschnellweg kann dort nicht mehr entstehen.
Wir blicken mutig in die Zukunft. Unser Verhalten als mobile BürgerInnen wird sich verändern, wir wollen und werden mit dem Betrieb der Stadtbahn Co2 einsparen, um den Klimawandel einzudämmen und haben dies auch im Mobilitätskonzept beschlossen!
Wir hören auf die jungen Menschen und ihr Votum, sie werden die Bahn lange erleben und nutzen. Die Jugend ist offen für neue Möglichkeiten, nutzt verschiedene Verkehrsmittel selbstverständlicher und profitiert besonders von der besseren Anbindung.
Die Region rückt mit der Regionalstadtbahn enger zusammen. Ihre vielfältigen Angebote werden besser erreichbar. Menschen erreichen Pfullingen leichter, um hier zu lernen, zu arbeiten, einzukaufen oder unsere Veranstaltungen zu besuchen. Der Austausch und ein geweiteter Blick über den Tellerrand tun uns gut und bringen frischen Wind.
Wir sind in der Verantwortung – in der Mitverantwortung für ein modernes Nahverkehrsnetz, das die Menschen einer großen Region verbindet und uns als Stadt an die Region Neckar-Alb (hier wohnen etwa 700.000 Menschen) und den Ballungsraum der Metropolregion Stuttgart besser anbindet. Wir sind damit Teil eines großen Infrastruktur-Projektes mit insgesamt acht Linien und 200 km Streckenlänge, davon sind 4,8 km auf Pfullinger Gemarkung.
Wir sind in der Verantwortung, die Bundes – und Landesmittel so auszugeben, dass sie uns als Stadtbevölkerung den besten Nutzen bringen aber auch in der Verantwortung für die im oberen Echaztal und auf der Alb liegenden Nachbargemeinden. Wir können die Zukunft nur begrenzt vorhersehen, gestalten sie aber mit unserem Tun mit, verantwortlich und phantasievoll. Hier kann eine Trainerweisheit aus dem Sport hilfreich sein:
„Ein guter Handballer weiß, wo der Ball ist. Ein sehr guter weiß, wo der Ball sein wird.“ (Originalzitat: „A good hockey player plays where the puck is. A great hockey player plays where the puck is going to be.“ – Wayne Gretzky)
In Verantwortung für die nächste Generation, ihre Mobilität und den Klimaschutz freuen wir uns auf eine mit Leuten und Leben gefüllte Stadt, auf moderne Verbindungen in die Region. Wir stellen uns mit Mut und Phantasie dieser Verantwortung. Die RSB war eine Vision, jetzt wird sie Wirklichkeit.
Ihre GAL-Fraktion im Pfullinger Gemeinderat: Anke Burgemeister, Dr. Antje Schöler, Traude Koch
Hier finden Sie alle Statements – link (Quelle: Amtsblatt Pfullingen 13. November 2025, Nummer 46)
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Letzte Diskussion zur Pfullinger Trassenentscheidung der Regionalstadtbahn (RSB) im Gemeinderat und Stellungnahme der GAL (4.11.2025)
von
Statement Anke Burgemeister …hier…
Statement Antje Schöler
Seit mehr als 20 Jahren setzt sich die GAL für die Regionalstadtbahn ein. Daher freuen wir uns, dass dieses Thema nun einen Schritt weiter in Richtung Realität macht.
Heute geht es um die Trassenentscheidung durch Pfullingen. Beide Trassen haben ihre Vorteile und beide Trassen Ihre Schwierigkeiten. Aber beide Trassen sind möglich!
Und es ist richtig, wir entscheiden hier etwas, was für die nächsten Jahrzehnte das Erscheinungsbild und unsere Stadt prägen wird.
Und genau aus diesem Grund sind wir von der GAL davon überzeugt, dass die Innenstadttrasse die bessere Trasse für Pfullingen ist.
Mit der Innenstadttrasse liegen eben die nächsten Jahrzehnte die Haltestellen genau an den richtigen Stellen (eben möglichst Nahe an unseren Schulen, möglichst Nahe an unseren kulturellen Einrichtungen und unseren Sportstätten, eine Nähe zur Innenstadt an sich, – und auch das Gewerbegebiet Steinge mit vielen Arbeitsplätzen ist besser erschlossen).
Und die Haltestellen sind sichtbar und da wo was los sein soll.
Die Innenstadttrasse weist für Pfullingen das größere Fahrgastpotential auf und es können mehr Pfullinger BürgerInnen von der Stadtbahn profitieren, da auch große Teile der Weststadt im Einzugsgebiet liegen.
Wir sind auch davon überzeugt, dass eine Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln wie Bussen – aber eben auch mit dem PKW – über sogenannte Mobilitätshubs – an der Innenstadttrasse besser möglich sind.
Ein weiterer Pluspunkt für die Innenstadtrasse ist die von der Stadtverwaltung hervorgehobene Chance für eine begleitende städtebauliche Entwicklung entlang der ehemaligen Bundesstraße.
Auch davon sind wir überzeugt: Pfullingens Erscheinungsbild sowie Aufenthalts- und Wohnqualität wird an Marktstraße, Großen Heerstraße, Klosterstraße durch die Stadtbahn besser als bisher – und nicht schlechter.
Es ist auch richtig, das autonome Fahren wird auch kommen, aber nicht als Lösung für ein Regionales Infrastrukturprojekt, sondern als Ergänzung. Ich würde es sogar andersherum sagen: wenn wir die Vorteile des Autonomen Fahrens nutzen wollen, dann ist ein leistungsfähiger ÖPNV Grundvoraussetzung.
Die Verkehrsprognose sagt, dass es zu Verkehrsverlagerungen von der Markstraße / Klosterstraße in andere Straßen – z.B. in die Friedrichstraße und Römerstraße – kommen wird. Daher werden wir uns von der GAL auch dafür stark machen, dass auch in der Weststadt der ÖPNV attraktiv ausgebaut (z.B. Ergänzend mit Quartiersbussen) und in den besagten Straßen verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt werden.
Ein Umstieg auf den ÖPNV wird dann möglich wenn er von den Menschen auch erreicht wird. Und dafür müssen wir auch in Pfullingen die Weichen stellen.
Wir schließen uns uneingeschränkt den Ausführungen der Stadtverwaltung und auch den Ausführungen des Jugendgemeinderates an.
Daher das Votum der GAL: Innenstadttrasse.
Statement Anke Burgemeister
Die Argumente, die für die Innenstadttrasse sprechen, wurden eigentlich schon alle genannt. Ich möchte hiermit nochmal die Gründe betonen, die für uns als GAL für die Innenstadttrasse sprechen. Der Radweg auf der alten Bahntrasse ist mehr als ein Radweg, auf dem man irgend wie von A nach B kommt. Wir möchten, wie auch schon vom JGR genannt, die alte Bahntrasse uneingeschränkt als Fuß- und Radweg und auch als überregionaler Radverkehrsweg erhalten und diesen sogar noch weiter ausbauen. Die mehr als 2500 Radler und Radlerinnen pro 24h sprechen für sich. Das Ziel in unserem Mobilitätskonzept ist, den MIV zu reduzieren und den ÖPNV und den Fuß- und Radverkehr zu fördern. Deshalb muss die Bahntrasse unbedingt als attraktiver Rad- und Fußweg erhalten bleiben. Dieser Radweg ist nicht nur als Pendlerstrecke wichtig, die alte Bahntrasse hat auch einen sehr großen Freizeitwert und ist ein wichtiger Naherholungsraum für Familien mit Kindern, für die Bewohnerinnen und Bewohner des Haus am Stadtgarten und als alltägliche Nord-Süd Verbindung, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher und auf attraktiver Strecke in die Stadt zu gelangen. Weiterhin hat ein Gutachten ergeben, dass der Gehölzbestand entlang der alten Bahntrasse eine Verbindungsachse und ein Wanderkorridor für Kleinsäuger und Vögel von der Stadt in die freie Landschaft ist. Hier müssen 500 Bäume gefällt werden und die grüne Trasse durch Pfullingen wäre so nicht mehr vorhanden. Zu den Bedenken, dass die Straßen zu voll werden, wenn die RSB durch die Innenstadtfährt. Auch jetzt schon halten 11 Busse pro Stunde am Lindenplatz und der MIV musshinter jedem anhaltenden Bus mit anhalten, bis der Bus wieder weiter fährt. Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass der JGR hätte hier eigentlich mitbestimmen müssen. Denn wie Kaleb Maier vom JGR schon selber gesagt hat, bauen wir die RSB zu einem sehr großen Teil für die zukünftigen Generationen.
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Stellungnahmen der Fraktionen zur Regionalstadtbahn im GEA
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Durch den schienengebundenen ÖPNV mit einem für Pfullingen 15 Minuten Takt nach Reutlingen und 30 min Takt nach Tübingen, Urach und Engstingen, erhalten wir eine zukunftsfähige, schnellere, komfortablere und barrierearme Mobilitätsform mit deutlich höherer Kapazität als bisherige Busse.
Aus Gründen des Klimaschutzes muss unsere Mobilität so schnell wie möglich klimaneutral werden. Als echte Alternative zum Auto entlastet die Bahn den Straßenverkehr, sie leistet durch ihre Effizienz hier einen großen Beitrag. was zu weniger Staus und besserer Luftqualität führt.
Zunächst unabhängig von der Trassenführung hat die schnellstmögliche Realisierung der Regionalstadtbahn in und für Pfullingen sehr hohe Bedeutung, die Vor- und Nachteile beider Trassen sollten sachlich betrachtet und nicht gegeneinander ausgespielt werden.
In der Abwägung der Vor- und Nachteile priorisieren wir als GAL-Fraktion die Innenstadttrasse. Diese weist ein höheres Fahrgastpotenzial auf, die Haltestellen erschließen genau die richtigen Stellen. Die Innenstadttrasse bietet weitere Chancen:
- unsere Leitungsinfrastruktur parallel zum Bau der Bahn zu entwickeln und dafür zusätzliche Fördermittel zu erhalten
- Umgestaltung der alten Bundesstraße zu einem klimafreundlichen Straßenraum mit Grünstreifen und hoher Aufenthaltsqualität der Haltestellen
- die Bahntrasse bleibt Naherholungsgebiet, wichtig für sichere Verbindungen im Fußverkehr und kann für gemeinsame Nutzung des Fuß- und Radverkehrs verbessert werden.
In der Folge des Baus der RSB ist eine kluge Neuaufstellung aller Buslinien nötig, als Zubringer zur Bahn und für effektiv geführte Ost – West – Verbindungen. Auch bei der Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsarten sehen wir die Innenstadttrasse im Vorteil.
Unser Fazit zur Regionalstadtbahn: JA unbedingt – SCHNELL – und wenn keine wichtigen Gründe dagegen sprechen – auf der INNENSTADTTRASSE!
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GAL Pfullingen lädt zum Austausch über ÖPNV und Stadtbus ein
von

Beim September-Stammtisch der GAL Pfullingen im alten Bahnhof stand der Austausch über den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Stadtbus im Mittelpunkt. Anke Burgemeister, die Pfullinger Vertreterin im Fahrgastbeirat der Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft (RSV), berichtete über aktuelle Themen und Entwicklungen.
Der Fahrgastbeirat, der 2021 ins Leben gerufen wurde, trifft sich zwei- bis dreimal jährlich, um Anregungen zur Verbesserung des Busverkehrs des RSV zu diskutieren und Schwachstellen zu identifizieren. Die Protokolle der Sitzungen sind für alle über die Reutlinger Homepage unter der Rubrik „Fahrgastbeirat“ zugänglich. Auch die E-Mail-Adresse des Fahrgastbeirates ist dort zu finden, um Anliegen mitzuteilen.
Frau Burgemeister hob hervor, dass das RSV-Angebot erfreulicherweise inzwischen auch in Google Maps sichtbar ist. Ein weiterer positiver Punkt ist der „Ticketfreie Samstag“, der zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen von über 22% geführt hat.
Ein aktuelles Diskussionsthema im Fahrgastbeirat sind „Rauchfreie Haltestellen“. In Reutlingen wurden schon Plakate, mit der Aufforderung: „Bitte im überdachten Wartebereich nicht rauchen“ aufgehängt. Es wird geprüft, ob das für die Pfullinger Haltestellen auch möglich ist. Das Land Baden-Württemberg erarbeitet derzeit eine Neufassung des Nichtrauchschutzgesetzes, die vorsieht, künftig auch Bus- und Straßenbahnhaltestellen als „Rauchfreie Zonen“ auszuweisen.
Ein weiteres Thema ist die Busbeschleunigung/Busbevorrechtigung. Hier sollen neue Maßnahmen z.B. an der Lichtsignaltechnik zu mehr Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit führen und somit die Attraktivität des ÖPNV erhöhen.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Barrierefreiheit noch verbessert werden muss. Ein Teilnehmer im Rollstuhl berichtete, dass die Rampen zu den Bussen oft durch verklemmte Griffe nur schwer zu bedienen sind. Für Pfullingen besteht insbesondere am Laiblinsplatz noch erheblicher Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Barrierefreiheit, da das Ein- und Aussteigen mit Rollstuhl dort nur sehr schwierig bis gar nicht möglich ist. Es wird eine Lösung z.B. durch eine Rampe, gewünscht.
Anke Burgmeister versprach, die genannten Punkte in die nächste Sitzung des Fahrgastbeirates einzubringen.
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ENTWURF zur Fortschreibung des Lärmaktionsplanes – Statement der GAL
von
2024-04-23: Im Jahre 2017 wurde in Pfullingen die „Lärmaktionsplanung“ eingeführt und im sogenannten Lärmaktionsplan wurden folgende Maßnahmen ergriffen und umgesetzt:
Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 km/h im Zeitbereich nachts aus Gründen des Lärmschutzes wurden umgesetzt für die Straßenabschnitte:
- Seitenstraße
- Friedrichstraße
- Gönninger Straße zwischen Friedrichstraße/Seitenstraße und Stuhlsteige
- Sandstraße
- Marktstraße zwischen Zeilstraße und Schulstraße
- Zeppelinstraße
- Große Heerstraße zwischen Schulstraße und Klosterstraße
- Klosterstraße zwischen Große Heerstraße und Sandstraße
Spätestens alle fünf Jahre sind Lärmaktionspläne zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren (Rechtlicher Hintergrund: Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG).
Auf der Gemeinderatsitzung vom 23.4.2025 wurde der ENTWURF zur Fortschreibung des Lärmaktionsplanes verabschiedet. Dieser wird dann (in der Fassung vom17.04.2024) zur Beteiligung der Öffentlichkeit und Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange öffentlich ausgelegt. Die GAL steht hierbei für die Einführung von ganztags-Tempo 30 auf den Innenstadtbereichen den obengenannten PKW-Hauptrouten durch Pfullingen.
Der Entwurf der Fortschreibung des Lärmaktionsplans ist im Ratsinfosystem auf der Homepage der Stadt Pfullingen (link) öffentlich einzusehen.
Anke Burgemeister hat auf der Sitzung ein ausführliches Statement vorgetragen:
Da in der heutigen Beschlussfassung 2 Bereiche, bzw. 2 Maßnahmen fehlen, die in der ursprünglichen Fassung des Lärmaktionsplans der Stadt Pfullingen noch enthalten waren und die durch das Gremium im Bauausschuss heraus genommen wurden, kann ich dem Punkt 1 des Beschlussvorschlags nicht zustimmen. Für die 2 Bereiche Marktstraße/Lindenplatz und Römerstraße treffen die folgenden Begründungen genauso zu, wie für Bereiche, die noch enthalten sind.1. Die Gebäude entlang der Straßen sind bei den gegenwärtig zulässigen Geschwindigkeiten von sehr hohen Lärmpegeln von über 65 dB(A), stellenweise sogar von mehr als 70 dB(A) am Tag betroffen. Bei Pegeln in dieser Höhe besteht vordringlicher Handlungsbedarf, um die Lärmbelästigung der Anwohner durch den Straßenverkehr zu reduzieren und die möglichen negativen gesundheitlichen Folgen zu mindern.2. Aus den Ergebnissen der Lärmkartierung wurden die genannten Lärmminderungsmaßnahmen entwickelt. Werden die in der Bundesimmissionsschutzverordnung benannten Immissionsgrenzwerte überschritten, haben die
Lärmbetroffenen einen Anspruch auf eine verkehrsbeschränkende Maßnahme. Bei Werten über 65 dB(A) verdichtet sich das Ermessen zum Einschreiten und es besteht vordringlicher Handlungsbedarf.3. Werden die 65 dB um 2 dB überschritten, besteht eine Pflicht zur Anordnung bzw. Durchführung von Maßnahmen auf den betroffenen Straßenabschnitten.4. Spätestens bei Lärmpegeln ab 70 dB(A) am Tag überschreitet die Lärmbelastung die grundrechtliche Schwelle zur Gesundheitsgefährdung. Im Bereich Marktstraße/Lindenplatz (von Zeil- bis Schulstraße)gibt es 54 Gebäude mit 383 Einwohnern, bei denen 65 dB(A)überschritten werden und 19 Gebäude mit 150 Einwohnern, wo sogar 70 dB(A) am Tag überschritten werden. Und die Werteliegen alle zwischen 69,5 dB und 71,5 dB(A).Das ist fast jeder 2. Bewohner in diesem Bereich! Das gleiche gilt auch für den Bereich Römerstraße. Es wurde festgestellt, dass es nach Einführung von Tempo 30keine negativen Auswirkungen auf den ÖPNV, auf Verkehrsverlagerungen und die Verkehrsfunktion geben wird. Für die 730m werden 10 Sekunden mehr benötigt! Die Verkehrssicherheit wird verbessert und die Attraktivität desFuß- und Radverkehrs wird gesteigert. Hier erfolgt auch die Anknüpfung an unser Mobilitätskonzept: Vermeiden, Verlagern, Verträglich gestalten. Die Reduktion von Lärm- und
Luftschadstoffen steht auch in unserem Leitbild bei dem Punkt “Nachhaltig”. Durch die im Innerortsbereich zu erwartende Verstetigung des Verkehrsflusses bei Tempo 30 und die dadurch geringere und kürzere Beschleunigungsphase reduziert sich die Luftschadstoffbelastung. Die Herausnahme der 2 Bereiche ist für mich sehr willkürlich. Es geht bei der Verminderung des Lärms nicht um die Fahrenden, sondern um die Menschen, die hier wohnen und die wir vor zu starkem Verkehrslärm schützen müssen! Deshalb stelle ich hiermit den Antrag, die 2 Bereiche Marktstraße/Lindenplatz und Römerstraße wieder in das Maßnahmenkonzept mit rein zu nehmen. Ganz nach dem Philosoph Immanuel Kant, der gestern seinen300. Geburtstag hatte: “Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit der Anderen beginnt”. Und noch eine Bemerkung zum Schluss: Wenn wir die Fortschreibung des Lärmaktionsplans so umsetzen würden, hätte der MIV von Lichtenstein her kommend, ab der Kernerstraße die Tempo 30 Regelung am Tag, bis die Innenstadt auf Höhe der Schulstraße erreicht wird. Da endet dann die 30-erZone!Von Reutlingen auf der Marktstraße her kommend beginnt ab der Zeppelinstraße Tempo 30 ganztags, das nach wenigen Metern direkt am Lindenplatz wieder endet und es kann 50 km/h gefahren werden, allerdings fängt dann wiederum nach wenigen
Metern erneut Tempo 30 ganztags an und zwar ab der Einmündung der Schulstraße. Da bin ich gespannt, wie das der Öffentlichkeit erklärt wird, dass gerade am Lindenplatz und am Ende der Fußgängerzone, d.h. mitten in der Innenstadt 50 km/h gefahren werden darf.
(Anke Burgemeister)
