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  • Heizungsgesetz: Es geht uns trotzdem alle an

    Heizungsgesetz: Auch wenn viele des Themas überdrüssig sind, es geht uns alle an.
    Dr. Uli F. Hasert, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur

    Anfang September 2023 wurde das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) vom Bundestag („Heizungsgesetz“) beschlossen. Aus diesem Anlass führte die Klimaschutzagentur auf Einladung der GRÜN-Alternativen Liste (GAL) Pfullingen einen Bürger-Infoabend in der WHR durch und zu dem rund 30 Interessierte gekommen sind.

    Nach einer Begrüßung durch Anke Burgemeister (Fraktionsmitglied der GAL-Pfullingen) beginnt Herr Dr. Uli F. Hasert, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur die Einführung in das Thema:

    „Auch wenn viele des Themas überdrüssig sind, es geht uns alle an. Nichts zu tun geht auch an den Geldbeutel“, betont Hasert und verweist dabei auf die Kosten von 40 Mrd. für die Folgen der Ahrtal-Katastrophe. Der Klimaschutzexperte führt weiter aus: „Um das Klimaschutzziel zu erreichen reicht nicht nur der Ausbau und die pure Umstellung auf Erneuerbare Energien, sondern WIR ALLE müssen unseren Energieverbrauch senken, auch im Bereich der Wärme.“ Für Herrn Dr. Hasert sind unsanierte Gebäude keine Lösung und er findet auf die Frage warum ausgerechnet wir in Deutschland große Anstrengungen machen sollen, eine kurze Antwort: „weil es sich lohnt und es für Gebäude einen Mehrwert erzeugt“.

    In Pfullingen wird derzeit zwar die sogenannte Wärmeplanung durchgeführt, referiert Hasert, doch dies ist erstmal nur ein „strategisches Planungsinstrument“ und es passiert erst mal nichts bzw. es wird durch die Stadt nur dann eine Lösung angeboten werden können, wenn die Wärmestromdichte hoch genug ist. Also auch hier das Fazit: Wir alle sind gefragt!

    Matthias Korb, Energieberater sowohl bei der Verbraucherzentrale als auch bei der Klimaschutzagentur, klärte die Gäste mit zahlreichen Fakten zum GEG wie auch über die konkreten Fördermöglichkeiten und Förderbedingungen für den Heizungstausch auf, welche durch das seit 1.1.2024 aufgelegte Förderprogramm „Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG)“ möglich sind.

    Im GEG wird z.B. geregelt, dass die Nutzung von mindestens 65% Erneuerbaren Energien bei der Wärmeerzeugung spätestens ab 2028 für alle neuen Heizungen verbindlich ist.

    Nach dem BEG werden jedoch nicht nur der Tausch von Heizungen gefördert, sondern auch Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, welche sogar die Materialkosten bei Eigenleistungen umfasst oder der Anschluss an Wärmenetze. Nach Meinung von Herrn Korb sollte auch die Sanierung der Gebäudehülle der erste Schritt vor einem Heizungstausch sein, und wenn es nach ihm ging, sollte die Sanierung der Gebäudehülle auch mehr als der Heizungstausch gefördert werden.

    Die sich an die Vorträge anschließende Fragerunde wurde von den Anwesenden reichlich genutzt.

    Die mit dichtgepackten Informationen und Fakten bestückten Folien der Vorträge werden den Gästen in einer vereinfachten Form auf Anfrage übermittelt. Zudem stehen die Folien auf der Homepage der KlimaschutzAgentur unter www.klimaschutzagentur-reutlingen.de/downloads zum Download zur Verfügung.

    Sollten noch individuelle Fragen unbeantwortet sein, bietet die KlimaschutzAgentur darüber hinaus kostenfreie Beratungsgespräche per Telefon im Rahmen ihres Kooperationsmodells mit der Verbraucherzentrale an. Zwecks Terminvereinbarung ist es dann am besten, während der Telefonzeiten (Montag bis Freitag von 09:00 h bis 13:00 h) unter 0 71 21-14 32 571 anzurufen. 

    Pfullingen, 24.2.2024

    Antje Schöler, GAL-Pfullingen

  • GRÜN-Alternative Liste hat ihren Listenvorschlag zur Kommunalwahl 2024 beschlossen

    Gemeinderatsliste steht

    Die GRÜN-Alternative Liste hat ihren Vorschlag für die Kommunalwahl 2024 beschlossen. Am vergangenen Donnerstag, den 01.02.2024, trafen sich die Interessierten rund um die vier Fraktionsfrauen der GRÜN-Alternativen Liste (GAL) in der Mühlenstube und haben den Vorschlag beraten, diskutiert und beschlossen.

    Grafik: LpB BW

    „Wir freuen uns, dass wir unseren Interessierten eine bunte und vollständige Liste zur Wahl geben konnten“, so Traude Koch, derzeitige Fraktionsvorsitzende der GAL im Gemeinderat Pfullingen. Viele treue Kandidierende konnten wieder gewonnen werden. So treten drei der derzeit vier Rätinnen wieder an und eröffnen die Liste. Frau Traude Koch, Frau Dr. Antje Schöler und Frau Anke Burgemeister werben für ihre Wiederwahl in den Gemeinderat. Für Traude Koch wäre das bereits die dritte Amtszeit. Für Dr. Antje Schöler und Anke Burgemeister wäre es die zweite Amtszeit. Ihre in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen möchten sie weitere fünf Jahre in die Politik vor Ort einbringen. Malin Hagel, die vierte amtierende Rätin der GAL-Fraktion, tritt nicht mehr an. Sie sagt dazu: „Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen. Leider lassen mir meine derzeitigen beruflichen Verpflichtungen in der Citykirche Reutlingen keine weitere Kandidatur zu.“ Als zweiten Grund nannte sie ihre nochmals gewachsene Familie und damit die gestiegenen Familienpflichten. „Eine erneute Kandidatur zu einem späteren Zeitpunkt kann ich mir gut vorstellen und möchte ich für mich nicht ausschließen.“ Aber auch neue Gesichter und junge Menschen haben sich bereit erklärt für die GAL zu kandidieren. Pascal Metzger, der ab März als Verwaltungsbeamter bei der Landeshauptstadt Stuttgart anfängt zu arbeiten, möchte aktiv die Kommunalpolitik vor Ort vorantreiben. Durch seinen Wohnort im Burgweg möchte er besonders auf die Bedürfnisse und Anliegen der Einwohnenden im am dichtest besiedelten Stadtteil aufmerksam machen. Jan Sivek, ehemaliger Jugendgemeinderat, und Max Pfann, amtierender Jugendgemeinderat, treten besonders für die Belange der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein. Alle weiteren Kandidierende sind teils bekannte Gesichter und ebenso vielfältig engagiert. Sie freuen sich auf Begegnungen bei den verschiedensten Gelegenheiten in den nächsten Monaten.

    Die GAL-Fraktion bedankt sich bei allen Kandidierenden der letzten Jahre und beginnt nun gemeinsam mit dem neuen Team motiviert den Wahlkampf für die Gemeinderatswahl 2024.

    Für die GAL Pfullingen Malin Hagel

  • Haushaltsanträge der GAL Pfullingen

    Beschluss des Doppelhaushalts 2024/2025

    Am 06.02.2024 wird der Doppelhaushalt 2024/2025 der Stadt Pfullingen beschlossen. Die GAL Fraktion beantragt Gelder für verschiedene wichtige Projekte, die die Stadt in Zukunft umsetzen soll.

    Mobilität

    Zusätzliches Budget

    Im Themenfeld Mobilität beantragen wir ein zusätzliches Budget für zeitnah und
    schnell umzusetzende Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation und der
    Verkehrssicherheit von zu Fuß Gehenden und Radfahrenden in Pfullingen. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass Mängel, Gefahrenstellen und die allgemeine Zufriedenheit der genannten Gruppen in der Stadt zeitnah verbessert werden. Weiter soll dabei auch bereits auf Vorbereitung für den Haushalt 2026/2027 eine neue Produktgruppe „Maßnahmen Mobilitätskonzept – Fuß- und Radverkehr“ geschaffen werden.

    Lindenplatz

    Ein weiterer Antrag fokussiert sich auf die Umgebung am Lindenplatz. Hier queren besonders viele Fußgängerinnen und Fußgänger die Fahrbahn der stark frequentierten Große Heerstraße. Daher ist es wichtig, die Verkehrsplanung an diesem Punkt zu überdenken und ein besseres Zusammenspiel zwischen den Verkehrsteilnehmenden zu erreichen. Dies kann durch einene Zebrastreifen oder gemeinsam genutzen Straßenraum erreicht werden.

    Quartiersarbeit im Burgweg

    Das dicht besiedelste Gebiet in Pfullingen hat zurzeit wenige öffentliche Einrichtungen und bietet wenig sozialen Begegnungsraum. Besonders durch die Fertigstellung des neuen Quartiers Arbachdreieck wird durch die weiter steigende Einwohnerzahlen in diesem Gebiet Quartiersarbeit immer wichtiger. Daher beantragen wir ein Pilotprojekt für Quartiersarbeit im Burgeweg, um den sozialen Zusammenhalt und Begegnungsmöglichkeiten zu stärken.

  • Grüne Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke in Pfullingen

    2023-10-26: Eine positive Halbzeitbilanz stellt die Bertelsmann-Stiftung der Regierung aus. Von über 450 konkreten, im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben, sind 38 Prozent  komplett umgesetzt, 26 Prozent in Bearbeitung. Von den Vorhaben im Bereich der Arbeit- und Sozialpolitik sind von 58 Vorhaben bereits 50 Prozent umgesetzt worden.

    Nach einer Begrüßung durch Traude Koch, Fraktionsvorsitzende der GRÜN-Alternativen Liste (GAL) Pfullingen beginnt Beate Müller-Gemmeke ihren Bericht mit diesen Zahlen.Die Regierung streite zu viel, sagen manche, nach einer Umfrage sehen nur 10 Prozent der Befragten die Notwendigkeit ein, Kompromisse zu schließen. Dazu Müller-Gemmeke:

    „Demokratie lebt von Diskussion. Die Auseinandersetzung über die bestmöglichen Lösungen ist notwendig. Die in der Gesellschaft strittigen Themen spiegeln sich deshalb auf allen politischen Ebenen, auch innerhalb der Regierung“. Für unseren Zusammenhalt ist nicht der Streit gefährlich, sondern die mangelnde Einsicht, dass Kompromisse notwendig sind.Wichtige Vorhaben, an denen Beate Müller-Gemmeke direkt beteiligt ist und sich in die Umsetzung einmischt, sind Bürgergeld  und Kindergrundsicherung. Zu diesen Punkten referiert sie ausführlich, beantwortet Fragen und hört den Erfahrungen der Anwesenden zu.

    Kindergrundsicherung:

    Gleich zu Beginn fragt ein Pfullinger Bürger, ob es nicht nötig wäre, die Verwendung von Kindergeld staatlich zu kontrollieren. Diesem Ansinnen, das einer staatlichen Überwachung aller Eltern gleichkäme, erteilte die Abgeordnete eine klare Absage.

    Die noch in Abstimmung befindliche Kindergrundsicherung ist notwendig, weil jedes fünfte Kind in Armut lebt. Sie bündelt alle staatlichen Leistungen für Kinder und insbesondere verdeckte Armut verhindern. Alleinerziehende werden besonders profitieren und wer Anspruch auf einen Zusatzbetrag hat, der wird vom Finanzamt im Sinne eines Checks aktiv informiert.

    Erfahrungen mit dem Bürgergeld:

    Das Bürgergeld, das seit Anfang 2023 eingeführt wurde, bleibt in der Systematik des Sozialstaats, erklärt Müller-Gemmeke. Das bedeutet: Menschen, die arbeiten, haben immer deutlich mehr Geld zur Verfügung als Menschen, die nicht arbeiten und Bürgergeld beziehen. Der Abstand vom Verdienst durch Arbeit gegenüber dem Bürgergeld wurde sogar erhöht.

    Es ist ein Thema, das die Abgeordnete umtreibt, auch in der örtlichen Presse Platz einnahm und bei dem die CDU/CSU mit falschen Zahlen agiert. Wird das Thema Bürgergeld mit der Flüchtlingspolitik gekoppelt, entsteht ein unverantwortlicher rechter Diskurs. Dazu die guten Zahlen: Nach sieben Jahren Aufenthalt in Deutschland arbeiten 67% der hierher Geflüchteten und damit mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung. Müller-Gemmeke führt aus, wie nötig es ist, das Asylverfahren zu verkürzen, die Zahl der Deutschkurse zu verbessern und Arbeiten mit Deutschlernen zusammen zu bringen.

    Mit dem Bürgergeld gibt es Augenhöhe und es wurden Anreize geschaffen. Auszubildende dürfen beispielsweise einen großen Teil ihrer  Ausbildungsvergütung behalten und nicht auf die Sozialleistung angerechnet. Wie die Abgeordnete ausführt, wurde das Bürgergeld auf Qualifizierung ausgerichtet. Für einen Teil der Arbeitslosen geht es darum Mut zu machen, Selbstvertrauen zu entwickeln und sie selbst in die Überlegungen zur Verbesserung ihrer Situation einzubinden. Bei Langzeitarbeitslosen sei oft die Gesundheit das Haupthindernis, eine Arbeit annehmen zu können, erklärt Müller-Gemmeke. Es geht häufig nicht um schnelle Vermittlung, sondern auch und die Möglichkeit geschützter Räume mit dem Ziel einer späteren nachhaltigen Integration in Arbeit.  

    Wie wirkt das Bürgergeld? Die größere Änderung, die zum 1. Juli dieses Jahres eingeführt wurde, ist der Kooperationsplan, der gemeinsam und auf Augenhöhe vereinbart wird. Wie sich diese Veränderung auswirkt – eine Frage aus dem Publikum, kann wegen der kurzen Zeit noch nicht beantwortet werden. Von den Jobcentern sind jedoch überwiegend positive Reaktionen zu hören. Sie beurteilen die Änderungen im Rahmen des Bürgergeldes positiv.

    Aus der Zuhörerschaft kamen verschiedene Fragen und Beiträge. Beispielsweise zur Situation junger Menschen, denen ihre Situation hoffnungslos erscheint, die an den Krisen verzweifeln und denen eine Perspektive fehlt. In der Debatte wurde deutlich: Jungen Menschen Mut zu machen, ihnen einen Platz in der Gesellschaft zu ermöglichen, ist nicht nur Aufgabe der Politik, sondern für die ganze Gesellschaft. Müller-Gemmeke plädierte ganz grundsätzlich für mehr Zusammenhalt.

    Viele Probleme, die uns als Gesellschaft momentan belasten, sind aufgrund der hohen Individualisierung der letzten Jahrzehnte entstanden. Wir sollten uns daher alle wieder mehr auf Gemeinschaft, Zusammenhalt und Kooperation besinnen. Es geht nicht immer nur um das „ich“, es geht um das „UNS“.

    Mit diesem Schlusswort von Moderatorin Traude Koch endete die gut besuchte Veranstaltung, ein Pfullinger Geschenktäschle bekam Müller-Gemmeke als Dank mit auf den Weg.